Dass Omega 3 Fettsäuren gesundheitsfördernde Wirkungen haben, ist jedem bestimmt zu Ohren gekommen. Und dass man Fisch dafür essen müsste ist die erste Assoziation über Omega 3. Aber nicht jeder weiß, dass auch Leinöl ein gesunder Omega-3 Lieferant sein kann. Warum es so wertvoll ist und was das Leinöl so besonders macht, möchte in diesem Beitrag herausarbeiten.

1. Was ist Leinöl

Leinöl wird aus dem Samen der Leinpflanze (Linum usitatissimum) gewonnen. Volkstümlich wird Lein auch Flachs genannt. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen, da sie bis Anfang des 20. Jahrhunderts als wichtiger Rohstoff für den robusten Leinenstoff und für ölige Naturfarben genutzt wurde und somit eine wichtige Pflanze in der Industrie war.

Heute ist das Leinöl mehr in den Vordergrund des Interesses wegen seinen ernährungsphysiologischen Eigenschaften gerückt. Leinöl ist ein wichtiger Omega-3-Fettsäuren Lieferant. Außerdem bietet das Leinöl das beste Verhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, welches 1:4 beträgt. Somit hat Leinöl auch den höchsten Omega-3 Gehalt aller Speiseöle.

Folgenden Ölgehalt weist Leinöl auf:

Gesättigte Fettsäuren: 7,5%
Einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure, Omega 9): 16%
Linolsäure (2-fach ungesättigt; Omega 6) : 15%
Alpha-Linolensäure (3-fach ungesättigt; Omega 3): 61,5%

 2. Warum ist Leinöl so gesund

Der sehr hohe Gehalt an Alpha-Linolensäure macht das Leinöl so gesund. Dies sind die Eigenschaften, die Omega-3 mit sich bringen können:

  • Vorbeugende Wirkung bei Arteriosklerose (also Gefäßverstopfung):
    Omega-3 Fettsäuren stabilisieren die Blutfettwerte und senken somit das Cholesterin (LDL und Triglyzeride insbesondere). Dadurch ergeben sich weitere Effekte:
  • Senkung des Blutdruckes.
    Dies hängt damit zusammen, dass aus den Omega-3-Fettsäuren die Gewebshormone (man nennt sie Prostaglandine) aufgebaut werden. Diese wirken gefäßerweiternd und stimulierend auf die glatte Muskulatur.
  • Anti-Stress-Wirkung:
    Die o.g. Prostaglandine wirken dem Stresshormon Adrenalin entgegen und können somit nerven bedingte Unruhen vermindern.
  • Verhinderung von Depressionen:
    Zu wenig Omega-3 im Blutspiegel kann zu einem Serotonin (Botenstoff im Gehirn; “Glückshormon” genannt”) – Mangel führen. Dies ist ein wichtiger Indikator bei Depressiven Menschen. In einer finnischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Omega-3-Fettsäuren ähnlich wie Antidepressiva in den Gehirnstoffwechsel eingreifen und die eine stimmungsaufhellende Wirkung entfalten.
  • Hemmung der Entzündungsreaktionen im menschlichen Körper:
    Autoimmunerkrankungen verlaufen bei Zugabe von Omega-3 Fettsäuren milder. Der Wirkungsmechanismus ist recht kompliziert. (Für die, die es wissen wollen: Produktion von Zytokinen wie Interleukin IL-1 und Tumor Nekrose Faktor α werden gehemmt und somit die Transkription in Monozyten deaktiviert => Entzündung nimmt ab)
  • Thrombozytenaggregation (Blutplättchen, die dann zusammenkleben und sich auf den Gefäßen ablagern) wird reduziert.
    Somit sinkt auch das Risiko einer Thrombose (Verstopfung des Gefäßes).
  • Rheumatische Erkrankungen und Arthritis verlaufen eindeutig schmerzfreier.
  • Das Hautbild verbessert sich.
    Die Wirksamkeit gegen trockene Haut und Ekzeme konnte in vielen Fällen demonstriert werden. Man erklärt dieses Phänomen mit einer Erhöhung der Membranfluidität, die die Omega-3 ermöglicht, durch den Einbau in die Zellwände.
  • Herzrhythmusstörungen reduzieren sich.
    Dies ist damit zu erklären, dass die Omega-3-Fettsäuren eine zentrale Funktion im Zentralnervensystem haben. Der genau Mechanismus konnte an dieser Stelle noch nicht geklärt werden.

3. Worauf ist beim Leinöl zu achten

Das wichtigste ist, beim Leinöl darauf zu achten, dass es kühl und dunkel gelagert wird. Und die Lagerung darf nicht länger als 3 Monate andauern, sonst wird das Leinöl ranzig und oxidiert.
Desweiteren sollte das Leinöl kalter Pressung sein und möglichst unraffiniert. Somit bleiben sehr wertvolle Stoffe wie Liganen im Leinöl erhalten. Hitze und Wärme können auch die empfindlichen Omega-3 Säuren Struktur zerstören und das Öl etwas bitter und herb schmecken lassen; das Öl wird dunkler. In diesem Fall hat das Leinöl seine positiven Eigenschaften verloren und sollte nicht mehr verwendet werden. Ich empfehle frisches Leinöl in lichtgeschützten Flaschen zu kaufen. Auf jeden Fall Flaschen im Laden meiden, die hell sind und ein sehr langes Haltbarkeitsdatum haben.
Wie generell gilt: Bei hohem Omega-3 Konsum ist auf ausreichende Antioxidantien-Zufuhr zu achten. Am besten in Form von frischem Gemüse und zusätzlicher Zufuhr an Vitamin E.

Geschrieben von: Yevgen Popov

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